Feld 1 — K · Klarheit (Clarity)
Ziel & Erfolgskriterien. Leitfrage: Was soll erreicht werden, und woran erkennen wir, dass es funktioniert?
1.1 Zweckprüfung des Prozesses (vor der Zieldefinition)
Bevor ein Ziel definiert wird, wird der zugrundeliegende Prozess selbst hinterfragt: Was ist der eigentliche Zweck dieses Prozesses — und braucht es ihn in dieser Form überhaupt noch? Einen schlechten Prozess mit KI zu beschleunigen macht ihn nur schneller schlecht („paving the cowpath"). KI ermöglicht oft Prozess-Elimination oder -Neugestaltung statt bloßer Optimierung. Die Entscheidung „bestehenden Ablauf automatisieren vs. Ziel des Prozesses neu denken" wird hier explizit getroffen und dokumentiert.
1.2 Ziel & Erfolgskriterien
| Kriterium | Ausprägungen | Konsequenz |
|---|---|---|
| Erwartetes Ergebnis | Erkenntnis / Bericht / strukturierte Daten / automatisierte Entscheidung | Bestimmt Output-Format und Prozessende |
| Messbarkeit der Qualität | Ground Truth vorhanden / Expertenurteil / nicht messbar | Ohne Messbarkeit keine belastbare Evaluierung möglich |
| Fehlertoleranz | Hoch (explorativ) / mittel / niedrig (geschäftskritisch, rechtlich relevant) | Bestimmt Automatisierungsgrad |
| Automatisierungsgrad | Vollautomatisch / Human-in-the-loop / KI nur als Assistenz | Bei niedriger Fehlertoleranz ist Human-in-the-loop Pflicht |
Abbruchkriterium: Lässt sich kein messbares Erfolgskriterium definieren, ist das Vorhaben als Experiment zu deklarieren — nicht als Produktivlösung. Die hier definierten Erfolgskriterien sind zugleich die Grundlage jedes späteren Audits.
Feld 2 — O · Objekt: die Daten (Object)
Art, Menge, Qualität und Sensibilität der Daten, die der Use Case verarbeitet.
2.1 Art der Daten
- Sprache/Text: Interviews (Transkripte), Dokumente, E-Mails, Freitextfelder
- Audio/Video: Interviews im Rohformat, Besprechungsaufzeichnungen (Vorstufe: Transkription)
- Bilder/Scans: Formulare, Fotos, technische Zeichnungen (Vorstufe: OCR / Vision-Modell)
- Zahlen/strukturierte Daten: Produktionsdaten, Verkaufsdaten, Sensordaten
- Code
- Mischformen: PDFs mit Text, Tabellen und Grafiken
Konsequenz: Unstrukturierte Sprache → Sprachmodell sinnvoll. Reine Zahlendaten → klassische Statistik/ML meist überlegen (siehe Feld 4). Audio/Bild → zusätzliche Vorverarbeitungsstufe einplanen.
2.2 Quantität & Frequenz
| Kriterium | Ausprägungen | Konsequenz |
|---|---|---|
| Volumen | Wenige vs. viele Datensätze | Wenig: manuelle Prüfung möglich. Viel: Kontextfenster-Limits, Batch-Verarbeitung, Kosten skalieren |
| Frequenz | Einmalig vs. wiederkehrend | Einmalig: pragmatische Lösung, On-Premise lohnt selten. Wiederkehrend: Pipeline, Orchestrierung, Betrieb (Feld 7) wird relevant |
| Latenz-Anforderung | Echtzeit vs. Batch | Echtzeit: schnelle/kleine Modelle, lokale Inferenz. Batch: größere Modelle, günstigere Batch-APIs |
2.3 Qualität der Daten
- Sauber strukturiert: XML, JSON, Excel mit konsistenten Werten → direkt verarbeitbar
- Interpretationsbedürftig: uneinheitliche Einheiten (150 ml vs. 0,5 Liter), Freitext, Tippfehler, gemischte Formate → Harmonisierungsschritt nötig; hier kann KI selbst Teil der Lösung sein
- Lückenhaft / widersprüchlich: fehlende Werte, Duplikate → Regeln für Umgang definieren (verwerfen, anreichern, kennzeichnen)
2.4 Sensibilität
| Stufe | Beispiele | Konsequenz |
|---|---|---|
| Unkritisch | Öffentliche Daten, anonyme Aggregate | Freie Wahl des Deployments |
| Personenbezogen | Interviews, Kundendaten | DSGVO greift (Feld 3); Anonymisierung prüfen |
| Geschäftsgeheimnisse | Produktionskennzahlen, Strategiedokumente | Vertragliche Absicherung oder Abschottung |
| Mit KI anonymisierbar | Personenbezug entfernbar (Namen, IDs) | Achtung Henne-Ei-Problem: Anonymisierung durch eine Cloud-KI exponiert die Daten bereits beim Anonymisieren. Der Anonymisierungsschritt muss lokal/on-premise laufen — auch wenn die spätere Analyse in der Cloud stattfindet (hybride Architektur) |
Feld 3 — M · Maßgaben: Recht & Berechtigungen (Mandates)
3.1 Rechtlicher Rahmen
- DSGVO: Rechtsgrundlage der Verarbeitung, Datenminimierung, Betroffenenrechte, ggf. Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA). Bei API-Anbietern: Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV), Ort der Verarbeitung (EU/Drittland), Trainingsausschluss vertraglich zusichern lassen
- EU AI Act: Risikoklassifizierung des Anwendungsfalls (verboten / Hochrisiko / begrenztes Risiko / minimal). Hochrisiko-Anwendungen (z. B. Personalentscheidungen, kritische Infrastruktur) lösen umfangreiche Dokumentations- und Aufsichtspflichten aus, darunter Logging und Post-Market-Monitoring (siehe Feld 7). Zusätzlich: AI-Literacy-Pflicht für Anwender (Art. 4, siehe Feld 6) und Kennzeichnungspflichten bei KI-Interaktion mit Kunden (siehe Feld 6)
- Urheberrecht / Verträge: Dürfen die Quelldaten überhaupt an Dritte übermittelt werden (NDAs, Lizenzbedingungen)?
- Branchenspezifisches: z. B. Berufsgeheimnisse, Finanz-/Gesundheitsregulierung
- Arbeitsrecht / Mitbestimmung: Berührt das System Leistungs- oder Verhaltenskontrolle von Mitarbeitern, greifen Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats (Betriebsvereinbarung) — Details und Einbindung in Feld 6
3.2 Berechtigungen & Risikostufen
Klar abgrenzbare Rechte definieren — die Risikostufe steigt mit dem Eingriffsgrad:
Nur-Lesen < Schreiben < autonome Aktionen (agentisch)
- Nur-Lesen: geringstes Risiko; Zugriff auf das Minimum beschränken (Need-to-know)
- Schreiben: Versionierung/Rollback sicherstellen, Schreibziele eingrenzen
- Aktionen setzen: Guardrails, Freigabeschritte (Human-in-the-loop), vollständige Auditierbarkeit; je autonomer, desto strenger die Anforderungen
Feld 4 — P · Passung: Lösungsansatz, Modellwahl, Deployment (Pathway)
4.1 Grundsatzentscheidung: Wo sitzt die KI?
- KI als Analysewerkzeug: Das Modell verarbeitet die Daten direkt (Tagging, Zusammenfassung, Extraktion, Interpretation). Geeignet für unstrukturierte Sprache und semantische Aufgaben
- KI-erstellte Software zur Analyse: Die KI schreibt das Analyse-Skript, die Berechnung läuft klassisch-deterministisch. Geeignet für Zahlendaten — reproduzierbar, prüfbar, skaliert ohne Token-Kosten
- Gar keine KI in der Analyse: Klassische Statistik / BI / regelbasierte Verarbeitung. Bei strukturierten Zahlendaten (Produktions-, Verkaufsdaten) oft die robusteste und günstigste Option — diese Möglichkeit explizit prüfen, bevor ein LLM gesetzt wird
4.2 Modelltyp
| Typ | Geeignet für | Hinweise |
|---|---|---|
| Generalistisches LLM (Cloud) | Komplexe Sprach- und Reasoning-Aufgaben | Höchste Qualität, Datenabfluss beachten |
| Kleines lokales Modell (SLM) | Wiederkehrende, eng umrissene Aufgaben (Klassifikation, Tagging, Extraktion) | On-Premise-tauglich, günstig im Dauerbetrieb |
| Domänenspezifisch / feingetuned | Branchen- oder Fachsprache, stabile wiederkehrende Aufgabe | Trainingsdaten und Pflegeaufwand nötig |
| Klassisches ML / Statistik | Strukturierte Zahlendaten, Prognosen, Anomalieerkennung | Deterministisch, erklärbar, etabliert |
4.3 Deployment-Modell
Das Deployment ist keine freie Wahl, sondern folgt aus Sensibilität (Feld 2) und Rechtslage (Feld 3):
| Modell | Geeignet wenn | Trade-offs |
|---|---|---|
| Dienstanbieter (API/Chat, z. B. Claude, Copilot) | Daten unkritisch oder vertraglich abgesichert (AVV, EU-Region) | Beste Modellqualität, geringer Betriebsaufwand; laufende Kosten, Abhängigkeit |
| On-Premise / self-hosted (z. B. Ollama) | Hohe Sensibilität, regulatorische Pflicht, hohes Dauervolumen | Volle Kontrolle; Hardwarekosten, geringere Modellqualität, eigener Betrieb |
| Hybrid | Sensible Vorverarbeitung lokal, Analyse in der Cloud | Kombiniert Vorteile; höhere Architekturkomplexität |
Feld 5 — A · Aufwand: Wirtschaftlichkeit & Lock-in (Affordability)
- Kostenvergleich: API-Token-Kosten (skalieren mit Volumen) vs. Hardware + Strom + Personal beim Self-Hosting (Fixkosten)
- Entwicklungsaufwand: Make-or-buy — existiert ein fertiges Produkt für den Anwendungsfall?
- Vendor-Lock-in: Austauschbarkeit des Modells/Anbieters in der Architektur vorsehen (Abstraktionsschicht, standardisierte Schnittstellen)
- Faustregel: Einmalprojekt mit moderatem Volumen → API. Dauerbetrieb mit hohem Volumen oder hoher Sensibilität → Self-Hosting durchrechnen
- Folgekosten einrechnen: Schulung und Change-Begleitung (Feld 6) sowie Betrieb, Monitoring und Reviews (Feld 7) gehören in die Gesamtrechnung — nicht nur die Technik
Feld 6 — S · Stakeholder: Menschen & Akzeptanz (Stakeholders)
Leitfrage: Wollen die Betroffenen das — und verändert es für sie das Richtige?
6.1 Mitarbeiter & Organisation
- Akzeptanz & Ängste: Sorge vor Jobverlust, Kontrollverlust oder Dequalifizierung offen adressieren; Narrativ „Entlastung statt Ersetzung" nur verwenden, wenn es stimmt
- Skills & AI Literacy: Schulungsbedarf erheben; der EU AI Act verlangt ausreichende KI-Kompetenz der Anwender (Art. 4) — Qualifizierung ist Pflicht, nicht Kür
- Mitbestimmung: Betriebsrat frühzeitig einbinden; viele KI-Systeme berühren Leistungs-/Verhaltenskontrolle und sind damit betriebsvereinbarungspflichtig. Frühe Einbindung statt Konfrontation
- Change-Kommunikation: Wer ist betroffen, was ändert sich konkret in der täglichen Arbeit, wer beantwortet Fragen? Rollenveränderungen explizit benennen
- Praxiswissen einholen: Operative Mitarbeiter liefern Edge Cases und Realitätscheck — ohne sie ist jedes Scoring Theorie
6.2 Kunden & Customer Experience
- Wirkung auf das Kundenerlebnis: Verbessert die KI das Erlebnis messbar — oder beschleunigt sie nur die Abfertigung?
- Transparenz & Kennzeichnung: Kunden müssen erkennen können, dass sie mit einer KI interagieren (AI-Act-Kennzeichnungspflicht)
- Eskalation zum Menschen: Ein garantierter, leicht erreichbarer Weg zu einem menschlichen Ansprechpartner ist Pflichtbestandteil jedes kundengerichteten KI-Einsatzes
- Vertrauen & Grenzen: Personalisierung vs. Übergriffigkeit abwägen; Kundenfeedback systematisch erheben (fließt in den Feedback-Loop, Feld 7)
Feld 7 — S · Stabilität: Betrieb, Prozess, Review (Stability)
Relevant ab „wiederkehrend" (Feld 2) — bei Einmalprojekten verkürzt prüfbar.
7.1 Verlässlichkeit im Dauerbetrieb
- Reproduzierbarkeit: LLMs sind nicht deterministisch — gleicher Input ≠ gleicher Output. Maßnahmen: Temperature 0, strukturierte Outputs (JSON-Schema), Versionierung von Prompts und Modellversion, deterministische Schritte wo möglich (siehe Feld 4, Variante 2)
- Nachvollziehbarkeit / Erklärbarkeit: Kann das Ergebnis begründet werden? Zwischenergebnisse und Quellenbezüge protokollieren; bei Hochrisiko-Anwendungen (AI Act) Pflicht
- Modell-Updates: Anbieter tauschen Modelle aus, lokale Modelle veralten. Regressionstests mit festem Testdatensatz vor jedem Wechsel
- Monitoring: Qualitätsdrift, Kosten, Fehlerraten im Dauerbetrieb überwachen
- Verantwortlichkeiten: Wer betreibt, wartet und verantwortet das System fachlich und technisch?
7.2 Referenzprozess
Referenzprozess für die Verarbeitung — einzelne Schritte können je nach Fall entfallen:
- Auswahl nach Relevanz: Soll ein Datensatz überhaupt einbezogen werden? (Filterregeln, ggf. KI-gestützte Vorklassifikation)
- Sensibilität entfernen: Anonymisierung / Entfernen von Geschäftsgeheimnissen — zwingend lokal, bevor Daten eine abgeschottete Umgebung verlassen (siehe Feld 2.4)
- Aufbereitung / Harmonisierung: Umwandlung in strukturierte Daten, Vereinheitlichung von Einheiten und Formaten, Bereinigung (siehe Feld 2.3); bei Audio/Bild: Transkription/OCR als Vorstufe
- Analyse: Durchführung gemäß gewähltem Lösungsansatz (Feld 4)
- Interpretation: Einordnung der Ergebnisse, Ableitung von Aussagen
- Validierung / Qualitätskontrolle: Stichprobenprüfung gegen Erfolgskriterien (Feld 1), Plausibilitätschecks, bei niedriger Fehlertoleranz vollständige menschliche Freigabe
- Output & Feedback-Loop: Weiterverwendung der Ergebnisse; erkannte Fehler fließen zurück in Prompts, Regeln oder Filterkriterien
7.3 Review-Zyklus (1Ai7-Review)
Die Scorecard ist eine versionierte Momentaufnahme — jedes Feld ist beweglich (Recht ändert sich, Modelle und Preise ändern sich, Akzeptanz entwickelt sich, Datenvolumen wächst). Deshalb:
- Periodisches Re-Scoring: alle sieben Felder werden in festem Rhythmus (z. B. jährlich) erneut bewertet; Profile werden im Radar übereinandergelegt (t0 vs. t1)
- Ereignisgetriggerte Reviews bei: Modell- oder Anbieterwechsel, Rechtsänderung (z. B. AI-Act-Stufe), Skalierungssprung, Sicherheits-/Qualitätsvorfall, gehäuften Beschwerden
- Compliance-Anker: Für Hochrisiko-Systeme ist kontinuierliche Überwachung ohnehin Pflicht (AI Act: Logging, Post-Market-Monitoring); auch eine DSFA ist bei wesentlichen Änderungen zu aktualisieren
Stakeholder-Map: Wer liefert was — und was hat er davon? (Stakeholder map)
Abzugrenzen von Feld 6: Das Feld Stakeholder bewertet die Menschen-Dimension des Use Case (Akzeptanz, Skills, CX) als Score. Die Stakeholder-Map ordnet darüber hinaus alle Beteiligten allen sieben Feldern zu — die 7 Felder sind das Was der Analyse, die Map das Wer. Jeder Stakeholder ist Informationsquelle für bestimmte Felder und Empfänger eines konkreten Ergebnisses:
| Stakeholder | Rolle in der Analyse (Input) | Nutzen vom 1Ai7-Ergebnis (Output) |
|---|---|---|
| Geschäftsführung | Definiert Ziel, Strategie-Fit, Risikoappetit; trifft Go/No-Go | Belastbare Entscheidungsgrundlage, Risikoprofil, dokumentierte Sorgfalt (Haftung, AI Act) |
| Abteilungsleiter (Prozessowner) | Kennt Ist-Prozess, Datenrealität, Schwachstellen; challenged die Zweckprüfung | Weiß früh, was sich in seinem Bereich ändert; Ressourcen- und Übergangsplanung |
| Projektleiter | Orchestriert die Analyse, moderiert Scoring-Workshops | Scorecard als Steuerungsinstrument, Risikoregister, priorisierte Roadmap |
| Operative Mitarbeiter | Liefern Praxiswissen und Edge Cases | Klarheit über die eigene Rolle, Schulungsplan, Entlastungs- statt Ersetzungs-Narrativ |
| Betriebsrat / HR | Mitbestimmung, Arbeitsrecht, Skills-Inventar, Schulungsplanung | Frühe Einbindung statt Konfrontation; Grundlage für Betriebsvereinbarung und Qualifizierung |
| Kunde | CX-Anforderungen, Akzeptanz von KI-Kontaktpunkten (Befragung/Tests) | Transparente KI-Nutzung, garantierte Eskalation zum Menschen, besseres Erlebnis |
| Aufsichtsbehörde / Datenschutzbeauftragter | Indirekt: Anforderungen fließen in Feld 3 (DSFA, Risikoklasse) | Audit-fähige Dokumentation — die ausgefüllte 1Ai7-Analyse ist selbst der Nachweis |
| KI-Berater | Führt die Methodik, challenged Annahmen, bringt Markt- und Modellwissen | Klares Mandat und Deliverable; 1Ai7 ist sein Werkzeugkasten |
| IT / IT-Dienstleister | Bewertet Machbarkeit, Architektur, Integration, Betreibbarkeit | Saubere Anforderungen statt vager Wünsche; weniger Scope-Drift, klare Betriebsübergabe |
Feedback auf drei Ebenen (Three feedback loops)
- Loop (im Use Case): operatives Feedback im laufenden Betrieb — Monitoring, Nutzer- und Kundenfeedback, erkannte Fehler fließen zurück in Prompts, Regeln und Filter (Referenzprozess Schritt 7)
- Review (am Use Case): periodisches und triggerbasiertes Re-Scoring aller sieben Felder; versionierte Scorecards machen die Entwicklung im Radar sichtbar (Feld 7.3)
- Lernende Methodik (über Use Cases hinweg): Portfolio-Auswertung — welche Felder reißen am häufigsten, wo lagen Scorings daneben? Daraus werden Leitfragen und Schwellenwerte nachkalibriert und Benchmarks aufgebaut
Anhang: 1Ai7-Scorecard (Scorecard)
Bewertung je Frage bzw. aggregiert je Feld: Score 0–5, Ampel grün ≥ 4 / gelb 3 / rot ≤ 2. Darstellung als Radar-Profil; jede Scorecard trägt Datum und Version.
| # | Frage | Feld |
|---|---|---|
| 1 | Wurde der Prozess selbst hinterfragt — automatisieren oder neu denken? | K · Klarheit |
| 2 | Ist das Ziel definiert und die Qualität messbar? | K · Klarheit |
| 3 | Welche Fehlertoleranz besteht — Human-in-the-loop nötig? | K · Klarheit |
| 4 | Welche Datenarten liegen vor (inkl. Audio/Bild/Mischformen)? | O · Objekt |
| 5 | Einmalig oder Dauerbetrieb? Volumen? Echtzeit oder Batch? | O · Objekt |
| 6 | Sind die Daten strukturiert oder interpretationsbedürftig? | O · Objekt |
| 7 | Personenbezug, Geschäftsgeheimnisse — lokal anonymisierbar? | O · Objekt |
| 8 | DSGVO/AVV geklärt? AI-Act-Risikoklasse bestimmt? DSFA nötig? | M · Maßgaben |
| 9 | Berechtigungen minimal? Risikostufe Lesen/Schreiben/Aktionen? | M · Maßgaben |
| 10 | KI-Analyse, KI-erstellte Software oder gar keine KI? | P · Passung |
| 11 | Passender Modelltyp gewählt (LLM/SLM/feingetuned/klass. ML)? | P · Passung |
| 12 | Folgt das Deployment-Modell aus Sensibilität und Recht? | P · Passung |
| 13 | Kosten über Laufzeit gerechnet (inkl. Schulung/Betrieb)? Lock-in vermieden? | A · Aufwand |
| 14 | Mitarbeiter eingebunden? Schulung/AI Literacy geplant? Betriebsrat an Bord? | S · Stakeholder |
| 15 | Kunden-Erlebnis geprüft? Kennzeichnung und Eskalation zum Menschen gesichert? | S · Stakeholder |
| 16 | Reproduzierbarkeit, Monitoring, Verantwortliche geklärt? | S · Stabilität |
| 17 | Validierung und Feedback-Loop im Prozess verankert? | S · Stabilität |
| 18 | Review-Zyklus und Trigger für das Re-Scoring definiert? | S · Stabilität |
Lizenz (License)
CC BY 4.0 — Nutzung, Weitergabe und Bearbeitung (auch kommerziell) erlaubt, Verweis auf 1Ai7.com erforderlich.